Geschichte - LH2 Contemporary

Geschichte

Das ehemalige Schwimm- und Wannenbad ist Teil des schönen denkmalgeschützten Areals der ehemaligen Epileptischen Anstalt Wuhletal, die vom bedeutenden Berliner Architekten Hermann Blankenstein entworfen und 1893 eröffnet wurde.

Das architektonische Denkmal steht für eine radikale Erneuerung in der Psychiatrie am Ende des 19. Jahrhunderts, basierend auf einem humanistischen Konzept des bedeutenden und seinerzeit umstrittenen deutschen Psychiaters Wilhelm Griesinger.

 

 

 

Wilhelm Griesinger (1817 – 1868)

 

Der Internist und Psychiater Wilhelm Griesinger (1817 – 1868) gilt als einer der Begründer der modernen (wissenschaftlichen) Psychologie. 1845 veröffentlichte er das Buch “Pathologie und Therapie psychischer Erkrankungen”. Den Lehrstuhl für Psychiatrie und Neurologie, den Griesinger als Professor an der Charité in Berlin ab 1865 inne hatte, war der erste dieser Art in Deutschland. Die Epileptische Anstalt Wuhletal, die 1893 eröffnet wurde, basiert auf seinen radikalen Erneuerungsideen in der Psychiatrie und seinem humanistischen Konzept für die Organisation und den Bau einer modernen psychiatrischen Anstalt für die bis dahin weggeschlossenen und mit Zwangsmaßnahmen malträtierten Kranken, die den Patienten ein menschenwürdiges Leben in einer natürlichen Gegend ermöglichen sollte.

 

 

 

Hermann Blankenstein (1829 – 1910)

 

In seiner 24-jährigen Amtszeit als Stadtbaurat von Berlin (1872 – 1896) plante und realisierte Hermann Blankenstein den Bau aller städtischen Gebäude, u.a. 120 Schulbauten, alle Markthallen, Kirchen und Krankenhausanlagen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Historische Anlage (1893 )

 

 

 

Das Herzstück bildete der sog. Landhausring, einer Villensiedlung in der die Patienten in Wohngruppen mit Betreuerinnen untergebracht waren, umgeben von einem sorgfältig angelegten Landschaftsparks mit ausreichend Nutzflächen, um eine Autarkie der Anstalt zu garantieren. 

Nach dem Fall der Mauer wurde das Gebiet Mitte der Neunziger Jahre renoviert und 2008 wurde die ehemalige Frauenkolonie im Landhausring privat zu Wohnzwecken veräußert.